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Litauen LT

Verpackungspflichten für Versender · Stand 30.08.2026 · Verlässlichkeit: mittel

Kurz gesagt:
Litauen verlangt Registrierung und Verpackungsbuchführung im System GPAIS ab dem ersten Kilogramm — Quartalsjournale (30 Tage nach Quartalsende) und Jahresbericht, Transportverpackung eingeschlossen. Ab 0,5 t/Jahr ist ein Vertrag mit einer lizenzierten Organisation (Žaliasis taškas, Gamtos ateitis, PTO) Pflicht, sonst fällt die hohe Umweltverschmutzungssteuer an (Kunststoff über 750 €/t). Ausländische Lieferanten registrieren sich direkt oder bevollmächtigen einen Vertreter. Keine allgemeine Kennzeichnungspflicht; Pfand seit 2016.

Rechtsgrundlage & Behörde

Gesetz
Lietuvos Respublikos pakuočių ir pakuočių atliekų tvarkymo įstatymas
Nr. IX-517 (Gesetz über Verpackungen und Verpackungsabfälle, 2001, mehrfach geändert) sowie Mokesčio už aplinkos teršimą įstatymas Nr. VIII-1183 (Umweltverschmutzungssteuergesetz, Neufassung mit Änderungen ab 2025/2026). Änderungen des Verpackungsgesetzes zur PPWR-Anpassung wurden vom Umweltministerium erarbeitet, von der Regierung gebilligt und dem Seimas vorgelegt – Stand 27.08.2026 registriert, Verabschiedung unsicher.
Behörde
Aplinkos apsaugos agentūra
(AAA, Umweltschutzagentur – Betreiber des GPAIS, Gamintojų ir importuotojų registras, Lizenzierung der Organisationen); Aplinkos apsaugos departamentas (AAD – Vollzug/Kontrolle); Valstybinė mokesčių inspekcija (VMI – Steuer)
PPWR-Umsetzung
PPWR gilt seit 12.08.2026 unmittelbar. Das Umweltministerium hat Änderungen des Verpackungsgesetzes und dreier weiterer Gesetze zur Anpassung an Verordnung (EU) 2025/40 erarbeitet (u. a. Verringerung von Verpackungen, Mehrwegziele, Leerraumgrenze 50 % mit Bußgeld 1.400–4.000 €, bei Wiederholung 2.800–8.000 €); die Regierung hat zugestimmt und die Entwürfe dem Seimas vorgelegt – laut Fachpresse vom 27.08.2026 registriert, aber noch nicht in Kraft (unsicher). Das Ordnungswidrigkeitengesetz (ANK) Art. 248 wurde bereits ergänzt (800–2.000 € für nicht recyclingfähige Verpackung/fehlenden Rezyklatanteil). Für den B2B-Verkehr bleibt das GPAIS-System mit 0,5-t-Steuerschwelle bestehen; PPWR-Bevollmächtigter und erweiterter Herstellerbegriff (Eigenmarken → „physischer Hersteller“) kommen hinzu.
Sanktionen
Verwaltungsbußgelder für fehlerhafte/verspätete Verpackungsbuchführung oder Berichte etwa 900–1.700 € für juristische Personen (Sekundärquelle); nach neuem ANK Art. 248 800–2.000 € für Führungskräfte/Verantwortliche bei Inverkehrbringen nicht konformer Verpackung; geplant 1.400–4.000 € (Wiederholung 2.800–8.000 €) bei Leerraum >50 %. Ohne lizenzierte Organisation wird die volle Umweltverschmutzungssteuer fällig; AAD kontrolliert und sanktioniert.

Herstellerregister

Register
GPAIS
GPAIS – Vieninga gaminių, pakuočių ir atliekų apskaitos informacinė sistema, darin das Gamintojų ir importuotojų (GII) registras
Wer?
Hersteller und Importeure, die verpackte Produkte oder leere Verpackung erstmals auf dem litauischen Markt bereitstellen (Ausnahmen nach § 7¹ Abs. 2 des Gesetzes). Registrierung im GII-Register und laufende Verpackungsbuchführung sind unabhängig von der Menge Pflicht (seit 02.01.2018 in GPAIS); seit 01.01.2026 Registrierung getrennt nach Produktströmen. Ausländische Unternehmen können sich als Subjekt in GPAIS registrieren (Login für Ausländer vorhanden); ein Vertreter kann bevollmächtigt werden.
Schwellen
Keine Schwelle für Registrierung und Buchführung. Unter 0,5 t befüllter steuerpflichtiger Verpackung pro Berichtsjahr: Befreiung von Umweltverschmutzungssteuer, Steuererklärung und Pflicht zur Teilnahme an der Abfallbewirtschaftung (Organisation); Registrierung und Aufzeichnung bleiben.
Transportverpackung
ja
Nummernformat

B2B- / Transportverpackung

Transport-/Gewerbeverpackung (Paletten, Kartons, Folien) ist voll erfasst: GPAIS-Registrierung, Verpackungsbuchführung (Quartalsjournal, Meldung nach Material, primär/sekundär/tertiär, Einweg/Mehrweg, Pfand) und Jahresbericht sind für alle Mengen Pflicht. Ab 0,5 t/Jahr muss der Hersteller/Importeur entweder einen Vertrag mit einer lizenzierten Organisation (Žaliasis taškas, Gamtos ateitis, PTO) schließen, die die Recyclingaufgaben (LRV-Zielquoten) erfüllt, oder die Umweltverschmutzungssteuer zahlen; eine individuelle Eigenbewirtschaftung ist – anders als in Estland – nicht vorgesehen. Steuer-Basissätze ab 2025 (€/t, recyclingfähig / nicht recyclingfähig): Glas 279/395, Kunststoff 520/875, PET 520/875, Verbund 520/1200, Metall 186/263, Papier/Karton 133/188, Holz 189/225, Sonstige 299/423 – jeweils multipliziert mit dem jährlichen Indexierungskoeffizienten (2024: 1,432; 2026: ca. 1,48 laut Sekundärquelle, unsicher). Seit 01.01.2026 wird die Steuer auf recyclingfähigen Kunststoff/PET/Verbund auf die NICHT recycelte Menge erhoben. Organisationsgebühren Žaliasis taškas 2026 (€/t, auf die bewirtschaftete Tonne = in Verkehr gebrachte Menge × Zielquote): Glas 276, Kunststoff 493, PET 797, Verbund 952, Eisenmetall 517, Aluminium 224, Papier/Karton 352, Holz 119, Sonstige/nicht recyclingfähig 992. Mehrwegverpackung seit 01.01.2025 gesondert zu erfassen. Ausländischer B2B-Lieferant: bei Lieferung an litauische Importeure ist der Importeur verpflichtet; bei Direktlieferung an litauische Endnutzer der ausländische Lieferant (nach PPWR über Bevollmächtigten).

Systeme / Organisationen (PRO)

Bevollmächtigter

bedingt (je nach Konstellation)

National war für Verpackungen kein Bevollmächtigter vorgeschrieben (ausländische Lieferanten konnten sich direkt in GPAIS registrieren oder einen Vertreter bevollmächtigen; Pflicht-AR nur für Batterien/EEE). Seit 12.08.2026 verlangt Art. 45 Abs. 3 PPWR von nicht in Litauen niedergelassenen Herstellern (Fernverkäufer an Endnutzer) einen įgaliotasis atstovas für die erweiterte Herstellerverantwortung; die nationale Verankerung erfolgt mit den noch nicht verabschiedeten Gesetzesänderungen (unsicher).

Mengenmeldung

Frequenz
vierteljährlich (GPAIS-Journal) und jährlich (Jahresbericht, Steuererklärung)
Fristen
Quartalsjournale in GPAIS innerhalb von 30 Kalendertagen nach Quartalsende (30. April, 30. Juli, 30. Oktober, 30. Januar); Jahresbericht/Steuererklärung innerhalb von 50 Kalendertagen nach Jahresende (19. Februar); über Žaliasis taškas Jahresmeldung bis 30. Januar; Mehrwegverpackungsbilanz bis 20. Februar.
Hinweise
Auch bei Erfüllung über eine Organisation bleiben GPAIS-Registrierung und -Berichte Pflicht. Neue Buchführungskriterien für Abfallentstehung seit 29.05.2026; Batterie-Registerdaten mussten bis 07.04.2026 aktualisiert werden.

Kennzeichnung

keine nationale Pflichtkennzeichnung   Grüner Punkt: nicht erforderlich

Keine allgemeine nationale Kennzeichnungspflicht; Pfandverpackungen müssen das „Depozitas“-Zeichen tragen. Laut Sekundärquelle (Lappa) wird die Angabe der EU-Materialidentifikationscodes (Entscheidung 97/129/EG) auf Verpackungen erwartet – Verbindlichkeit unsicher. Green Dot über Žaliasis taškas lizenzierbar, nicht vorgeschrieben. PPWR-Piktogramme ab 12.08.2028.

Harmonisierte PPWR-Kennzeichnung (Art. 12) frühestens ab 12.08.2028 — Transportverpackung ist davon ausgenommen (außer E-Commerce); siehe PPWR-Zeitplan.

Steuern & Abgaben

AbgabeSatzSeitAnwendungsbereich
Mokestis už aplinkos teršimą pakuotės atliekomis (Umweltverschmutzungssteuer auf Verpackungsabfall)Basissätze ab 2025: Glas 279 €/t, Kunststoff 520 €/t, PET 520 €/t, Verbund 520 €/t, Metall 186 €/t, Papier/Karton 133 €/t, Holz 189 €/t, Sonstige 299 €/t (recyclingfähig); nicht recyclingfähig: Glas 395, Kunststoff/PET 875, Verbund 1200, Metall 263, Papier 188, Holz 225, Sonstige 423 €/t; × Indexierungskoeffizient (2024: 1,432; 2026 unsicher ca. 1,48). Befreiung bei Erfüllung der Zielquoten über lizenzierte Organisation; unter 0,5 t/Jahr keine Steuer.2025 (Neufassung), Änderungen 01.01.2026 (Besteuerung nicht recycelter Mengen)befüllte Verpackung, die auf dem litauischen Binnenmarkt bereitgestellt wird, inkl. Transportverpackung
Gebühren der lizenzierten Organisationen (z. B. Žaliasis taškas 2026)Glas 276, Kunststoff 493, PET 797, Verbund 952, Eisenmetall 517, Aluminium 224, Papier/Karton 352, Holz 119, Sonstige/nicht recyclingfähig 992 €/t bewirtschafteter Menge01.01.2026Vertragspartner ab 0,5 t/Jahr

Pfandsystem (Getränke)

Status
in Betrieb
Seit / ab
Februar 2016 (VšĮ Užstato sistemos administratorius – USAD, gegründet 2015)
Umfang
Einweg-Getränkeverpackungen aus Glas, PET und Metall (Bier, Cider, Erfrischungsgetränke, Wasser u. a.; Größenband 0,1–3 l laut Vorwissen, unsicher); Pfand 0,10 €; Getränkehersteller/-importeure müssen dem System beitreten; Rücklaufquote ca. 90 %.

Für Transportverpackung ohne Belang; aufgeführt der Vollständigkeit halber (Art. 50 PPWR: Pflicht ab 2029).

Quellen

  1. GPAIS – Dažniausiai užduodami klausimai (Registrierungspflicht, 0,5 t, Fristen) (abgerufen 2026-08-30)
  2. e-tar.lt – Pakuočių ir pakuočių atliekų tvarkymo įstatymas IX-517 (abgerufen 2026-08-30)
  3. Gamtos ateitis – Apmokestinamosios pakuotės rūšys ir mokesčio tarifai (Steuersätze) (abgerufen 2026-08-30)
  4. Žaliasis taškas – Įkainiai 2026 (abgerufen 2026-08-30)
  5. Žaliasis taškas – Paskelbtos gamintojų ir importuotojų organizacijų rinkos dalys (abgerufen 2026-08-30)
  6. Aplinkos ministerija – Seimui pateikti Pakuočių ir pakuočių atliekų tvarkymo įstatymo projektai (abgerufen 2026-08-30)
  7. Teisė profesionaliai – Pakuočių sektorius išgyvena teisinį šoką (27.08.2026) (abgerufen 2026-08-30)
  8. litas.lt – PPWR: nauji reikalavimai gamintojams, prekybininkams, tiekėjams (abgerufen 2026-08-30)
  9. ComplyMarket – Lithuania Packaging EPR (GPAIS, Fristen) (abgerufen 2026-08-30)
  10. Lappa – Lithuania EPR (Bußgelder, Kennzeichnung – Sekundärquelle) (abgerufen 2026-08-30)
  11. Lovat – Lithuania EPR Guide (abgerufen 2026-08-30)

Hinweise aus der Recherche: Litauen verlangt Registrierung und Buchführung in GPAIS ab dem ersten Kilogramm; die 0,5-t-Grenze befreit nur von Steuer und Organisationspflicht. Die Umweltverschmutzungssteuer ist hoch (indexiert, Kunststoff >750 €/t), daher ist ab 0,5 t der Vertrag mit einer lizenzierten Organisation der Standardweg. Der Indexierungskoeffizient 2026 und der Stand der PPWR-Gesetzesänderungen im Seimas konnten nicht primär bestätigt werden (Ministeriumsseiten mit 403 gesperrt).

Kein Rechtsrat — die Angaben dienen der Orientierung und sind vor verbindlichen Schritten mit der jeweiligen Registerstelle bzw. einem Fachberater abzugleichen.