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PPWR — was wann gilt

Verordnung (EU) 2025/40: Geltungsbeginn 12.08.2026, weitere Pflichten gestaffelt bis 2040. Stand 2026-08-30 · Verlässlichkeit: hoch

Wer ist „Hersteller“ im Zielland? Lit. c/d erfassen genau den Fall des B2B-Direktversands: Ein in Mitgliedstaat A niedergelassener Hersteller, der verpackte Industriegüter (inkl. Transportverpackung) direkt an einen gewerblichen Endnutzer in Mitgliedstaat B liefert, ist Produzent in B und trägt dort die EPR (Art. 45 Abs. 1), muss sich dort registrieren (Art. 44 Abs. 2) und nach Art. 45 Abs. 3 einen dort niedergelassenen Bevollmächtigten für die EPR benennen. Kommissionsleitfaden C(2026) 3702, Abschnitt 3: „if Company D … sells packaged fruit to an end user of the fruit in another Member State, Company D will be the producer and must fulfil the extended producer responsibility obligations in the other Member State. The determining factor will therefore be whether the professional end user uses the product in its production and thereby does not make the product further available in the form it was supplied.“ FAQ (Aug. 2026) Nr. 9: „If Company A fills the cardboard boxes and sells them to an end user in another Member State, then Company A would typically be the producer in that other Member State.“ FAQ Nr. 12: gewerblicher Endnutzer = wer das Produkt im eigenen Betrieb/Produktionsprozess verwendet und nicht in derselben Form weiterveräußert; Logistikdienstleister, die umpacken, sind keine Endnutzer. Liefert der Hersteller dagegen an einen Händler/Distributor in B (der weiterverkauft), ist dieser Händler der Produzent in B (Leitfaden: „the supermarket in that Member State will be the producer“). Gezahlte Beiträge sind zu erstatten, wenn ein Distributor die Verpackung später erstmals in einem anderen Mitgliedstaat bereitstellt.

Art. 3 Abs. 1 Nr. 15 Verordnung (EU) 2025/40 (PPWR): „‘producer’ means any manufacturer, importer or distributor to whom, irrespective of the selling technique used, including by means of distance contracts, one of the following applies: (a) the manufacturer, importer or distributor is established in a Member State and makes available for the first time from within the territory of that Member State and on that same territory transport packaging, service packaging, or primary production packaging, whether as single-use packaging or as reusable packaging; or (b) the manufacturer, importer or distributor is established in a Member State and makes available for the first time from within the territory of that Member State and on that same territory products packaged in packaging other than those referred to in point (a); or (c) the manufacturer, importer or distributor is established in a Member State or in a third country and makes available for the first time on the territory of another Member State, directly to end users, transport packaging, service packaging or primary production packaging, whether as single-use packaging or as reusable packaging; or (d) the manufacturer, importer or distributor is established in a Member State or in a third country and makes available for the first time on the territory of another Member State, directly to end users, products packaged in packaging other than those referred to in point (c); or (e) the manufacturer, importer or distributor is established in a Member State and unpacks packaged products without being an end user, unless another person is the producer as defined in point (a), (b), (c) or (d);“

Zeitplan

AbArtikelAnforderungRelevanz B2B
2026-08-12 Art. 71, Art. 70 Abs. 1 Geltungsbeginn der PPWR; Aufhebung der RL 94/62/EG (mit Übergangsvorschriften). Sofort anwendbar: Art. 5 Abs. 4 Schwermetallgrenzwert 100 mg/kg (Pb+Cd+Hg+Cr VI), Art. 5 Abs. 5 PFAS-Grenzwerte in Lebensmittelkontaktverpackungen, Art. 15 Herstellerpflichten (Konformitätsbewertung Art. 38, technische Dokumentation Anhang VII, EU-Konformitätserklärung Art. 39, Aufbewahrung 5 Jahre Einweg/10 Jahre Mehrweg, Herstellername/Adresse und Identifikation auf der Verpackung), Art. 16 Informationspflichten der Lieferanten, Art. 44/45 Registrierung, EPR und Bevollmächtigter. Lagerware, die vor dem 12.08.2026 hergestellt wurde, muss nicht umgekennzeichnet werden (FAQ). hoch
2027-02-12 Art. 12 Abs. 9; Art. 25 Abs. 6; Art. 29 Abs. 8; Art. 11 Abs. 2 EPR-Kennzeichnung (z. B. Grüner Punkt) nur noch digital im QR-Code; Kommissionsleitlinien zu Anhang V (Formatverbote) und zu Getränke-Mehrwegzielen; delegierte Rechtsakte zu Mindestrotationen für Mehrwegverpackungen fällig. mittel
2028-01-01 Art. 6 Abs. 4 Frist für delegierte Rechtsakte der Kommission zu Design-for-Recycling-Kriterien und Recyclingfähigkeitsklassen A/B/C (Grundlage für 2030-Pflicht und Öko-Modulation der EPR-Beiträge). mittel
2028-02-12 Art. 24 Abs. 2 und 4; Art. 9 Frist für Durchführungsrechtsakt zur Berechnung des Leerraumanteils; ab diesem Datum ist Leerraum in Verkaufsverpackungen auf das notwendige Minimum zu beschränken (Abs. 4); Kompostierbarkeitspflicht für bestimmte Verpackungen (Teebeutel, Obstaufkleber). mittel
2028-08-12 Art. 12 Abs. 1 und 4; Art. 13; Art. 70 Abs. 2 Harmonisiertes Sortierlabel auf Verkaufs-/Um-/E-Commerce-Verpackungen (nicht Transportverpackung), frühestens – tatsächlich 24 Monate nach dem noch ausstehenden Durchführungsrechtsakt; Ende der Entscheidung 97/129/EG; harmonisierte Kennzeichnung der Sammelbehälter. mittel
2029-01-01 Art. 50 Mitgliedstaaten müssen Pfandsysteme für Einweg-Kunststoffflaschen und Metall-Getränkebehälter bis 3 l betreiben (90 % getrennte Sammlung), sofern nicht befreit. niedrig
2029-02-12 Art. 12 Abs. 2; Art. 67 Abs. 5 Mehrwegverpackungen müssen Mehrweg-Label und QR-Code (Rückgabesystem, Rotationen) tragen – frühestens, sonst 30 Monate nach Durchführungsrechtsakt; relevant für Mehrweg-Transportverpackungen (Paletten-Pools, Boxen). hoch
2030-01-01 Art. 6 Abs. 2 lit. a, Abs. 3 Alle Verpackungen müssen recyclingfähig (Design for Recycling, Klasse A, B oder C) sein – oder 24 Monate nach den delegierten Rechtsakten, je nachdem, was später eintritt; Klasse C ab 2038 unzulässig; 'recycled at scale' ab 2035. hoch
2030-01-01 Art. 7 Abs. 1 Mindestrezyklatanteil (post-consumer) in Kunststoffteilen von Verpackungen: 35 % für sonstige Kunststoffverpackungen (z. B. Stretchfolie, Umreifungsbänder, Schaumpolster), 30 % PET-kontaktsensitiv, 10 % sonstige kontaktsensitive, 30 % Einweg-Getränkeflaschen – oder 3 Jahre nach dem Durchführungsrechtsakt nach Art. 7 Abs. 8 (Frist 31.12.2026); Kunststoffteile <5 % des Verpackungsgewichts ausgenommen. hoch
2030-01-01 Art. 10 Verpackungsminimierung: Gewicht/Volumen auf das für die Funktion notwendige Minimum, Leistungskriterien Anhang IV, keine Doppelwände/Scheinböden; Nachweis in der technischen Dokumentation. hoch
2030-01-01 Art. 24 Abs. 1 Maximaler Leerraumanteil 50 % für Um-, Transport- und E-Commerce-Verpackungen (Füllmaterial wie Luftpolster, Schaum, Papierschnitzel, Styroporchips zählt als Leerraum) – oder 3 Jahre nach dem Durchführungsrechtsakt (Frist 12.02.2028), je nachdem, was später eintritt; Adressat ist der Befüller. hoch
2030-01-01 Art. 25, Anhang V Verbot bestimmter Einwegformate (Kunststoff-Umverpackungen für Getränke-/Konservenbündel im Handel, Einwegkunststoff für frisches Obst/Gemüse <1,5 kg, HORECA-Einwegportionen, Hotel-Miniaturen, sehr leichte Tragetaschen) – für Industriegüter kaum relevant. niedrig
2030-01-01 Art. 29 Abs. 1–5 Mehrwegziele Transportverpackung: 40 % der Paletten, Boxen, Kisten, Trays, Fässer, Kanister, IBC, Eimer, flexible Formate, Palettenfolien und Umreifungen müssen Mehrweg in einem Wiederverwendungssystem sein; 100 % Mehrweg bei Transporten zwischen eigenen/verbundenen Standorten und bei Lieferungen an andere Wirtschaftsteilnehmer im selben Mitgliedstaat (Palettenfolien/Umreifungen davon per delegiertem Beschluss C(2026) 511 ausgenommen); 10 % Mehrweg bei Umverpackungen in Boxform (außer Karton). hoch
2035-01-01 Art. 6 Abs. 2 lit. b Recyclingfähigkeit 'at scale' (getrennte Sammlung, Sortierung, Recycling im großen Maßstab) wird Bedingung der Recyclingfähigkeit. mittel
2038-01-01 Art. 6 Abs. 3 Nur noch Recyclingfähigkeitsklassen A oder B zulässig. hoch
2040-01-01 Art. 7 Abs. 2; Art. 29 Abs. 1, 5 Rezyklatanteil 65 % für sonstige Kunststoffverpackungen (50 % PET-kontaktsensitiv, 25 % sonstige kontaktsensitive, 65 % Flaschen); Bemühensziele 70 % Mehrweg-Transportverpackung und 25 % Mehrweg-Umverpackung. hoch

Register & Herstellerverantwortung (Art. 44 (Herstellerregister), Art. 45 (erweiterte Herstellerverantwortung), Art. 46–47 (Herstellerverantwortungsorganisationen), Anhang IX; Definitionen Art. 3 Abs. 1 Nr. 15, 20, 23)

Gilt ab
12.08.2026 (Art. 71); Art. 44 Abs. 2/4: Registrierungspflicht in jedem Mitgliedstaat des erstmaligen Bereitstellens, ohne Registrierung kein Bereitstellen. Bis zum Durchführungsrechtsakt nach Art. 44 Abs. 14 laufen die bestehenden nationalen Register/Formate weiter (FAQ: erste Meldung im harmonisierten Format bis 01.06.2030).
Registerfrist Mitgliedstaaten
Art. 44 Abs. 1: innerhalb von 18 Monaten nach Inkrafttreten des ersten Durchführungsrechtsakts nach Art. 44 Abs. 14 (Format für Registrierung/Meldung; Frist für die Kommission 12.02.2026 – verpasst; Entwurf der Kommissionsdienststellen im August 2026 in Umlauf, nicht angenommen).
Registrierung je Land
ja — in jedem Land der erstmaligen Bereitstellung
Angaben (Anhang IX)
Teil A (Registrierung): Name und Marken, unter denen Verpackungen/verpackte Produkte bereitgestellt werden, Anschrift, Telefon, Web, E-Mail, zentrale Kontaktstelle; bei Bevollmächtigtem dessen Name/Anschrift/Kontakt; nationaler Identifikationscode (Handelsregisternummer o. ä.) und europäische/nationale Steuernummer; Erklärung, wie die EPR nach Art. 45 erfüllt wird, inkl. Bescheinigung der Herstellerverantwortungsorganisation (Art. 46 Abs. 1); bei PRO-Registrierung zusätzlich Mandat und Wahrheitserklärung. Teil B (Meldung bis 1. Juni für das Vorjahr): Identifikationscode, Berichtszeitraum, Mengen nach Gewicht je Verpackungskategorie (Anhang II Tabelle 1) erstmals im Mitgliedstaat bereitgestellt bzw. ohne Endnutzer zu sein ausgepackt, Angaben zur Erfüllung der EPR; unter 10 t/Jahr vereinfachte Angaben (Art. 44 Abs. 8); Mitgliedstaaten können Quartalsmeldungen (Abs. 9) und Audits (Abs. 7) verlangen.
Bevollmächtigter
Art. 3 Abs. 1 Nr. 20: ‚authorised representative for the extended producer responsibility‘ = im Mitgliedstaat des erstmaligen Bereitstellens niedergelassene Person, benannt nach Art. 8a Abs. 5 UAbs. 3 RL 2008/98/EG. Art. 45 Abs. 3: „A producer referred to in Article 3(1), point (15)(c) and (d), shall appoint, by written mandate, an authorised representative for the extended producer responsibility in each Member State where the producer makes packaging or packaged products available for the first time, other than the Member State where the producer is established. Member States may provide that producers established in third countries shall appoint … an authorised representative … when making packaging or packaged products available on their territory for the first time.“ – Pflicht also gerade für EU-Unternehmen mit Direktlieferung an Endnutzer in anderen Mitgliedstaaten, je Mitgliedstaat ein Vertreter. Art. 44 Abs. 3: Mitgliedstaaten können zulassen, dass der Bevollmächtigte die Registrierung übernimmt. Umwelt-Omnibus COM(2025) 982 vom 10.12.2025 schlägt vor, Art. 45 Abs. 3 für EU-niedergelassene Produzenten bis 01.01.2035 auszusetzen – Stand 30.08.2026 nicht angenommen (ENVI-Abstimmung um 01.10.2026 erwartet); bis dahin gilt Art. 45 Abs. 3 unverändert. Davon zu trennen: der freiwillige Bevollmächtigte des Herstellers nach Art. 17 (Konformitätsdokumentation).

Harmonisierte Kennzeichnung (Art. 12)

Gilt ab
Art. 12 Abs. 1: harmonisiertes Sortierlabel (Materialzusammensetzung, Piktogramme) ab 12.08.2028 oder 24 Monate nach Inkrafttreten der Durchführungsrechtsakte nach Abs. 6/7, je nachdem, was später eintritt – ausgenommen Transportverpackungen (außer E-Commerce-Verpackung) und Pfandverpackungen. Abs. 2: Mehrweg-Label + QR ab 12.02.2029 oder 30 Monate nach Durchführungsrechtsakt. Abs. 4: Rezyklat-/Biobasiert-Angaben (freiwillig) nur nach harmonisierter Spezifikation ab 12.08.2028/24 Monate. Abs. 9: ab 12.02.2027 EPR-Kennzeichnung (z. B. Grüner Punkt) nur noch als Symbol im QR-Code/digital. Abs. 12: vor Stichtag hergestellte/importierte Verpackung darf noch 3 Jahre nach Geltungsbeginn abverkauft werden.
Nationale Kennzeichen
Art. 4 Abs. 2/3: Mitgliedstaaten dürfen PPWR-konforme Verpackungen nicht behindern. Leitfaden C(2026) 3702: Nationale Sortierlabels dürfen nach dem 12.08.2028 bzw. 24 Monate nach Inkrafttreten des Durchführungsrechtsakts nicht mehr neben dem EU-Label vorgeschrieben werden (Ausnahme Pfandsysteme); unverhältnismäßige nationale Sortiervorgaben sollten schon vorher aufgehoben werden. Entscheidung 97/129/EG (Materialabkürzungen) gilt bis 12.08.2028 weiter und wird dann aufgehoben (Art. 70 Abs. 2). Art. 70 Abs. 1 lit. a: Art. 8 Abs. 2 RL 94/62/EG (Kennzeichnungssystem) gilt bis 30 Monate nach Inkrafttreten des Durchführungsrechtsakts nach Art. 12 Abs. 6 fort. Nationale Pfandlabels bleiben (Art. 12 Abs. 1 UAbs. 4, Abs. 10); Mitgliedstaaten dürfen Pfandlabels anderer Mitgliedstaaten nicht verbieten.
Durchführungsrechtsakt
Nicht angenommen. Frist für die Kommission (Art. 12 Abs. 6 und 7) war der 12.08.2026 und wurde verpasst; laut Branchenberichten (Packaging News/Envirotec, 19.08.2026) Entwurf 'nach dem Sommer' 2026, danach Abfallexpertengruppe und öffentliche Konsultation – Branche erwartet Q4 2026. Die 24-Monats-Frist des Art. 12 Abs. 1 beginnt erst mit Inkrafttreten, d. h. Anwendung realistisch nach dem 12.08.2028. JRC hat Prototyp-Spezifikationen veröffentlicht. Die Kommission hat im Leitfaden erklärt, den Durchführungsrechtsakt zur digitalen Materialkennzeichnung (Art. 12 Abs. 7) nicht zu priorisieren.

Wiederverwendungsziele Transportverpackung (Art. 29 Abs. 1–4 und 18; Art. 30 (Berechnung); Anhang VI (Wiederverwendungssystem))

Gilt ab
01.01.2030 (Abs. 1–3, 5); Bemühensziele 01.01.2040; Berechnungs-Durchführungsrechtsakt nach Art. 30 bis 30.06.2027; delegierter Beschluss C(2026) 511 tritt 20 Tage nach Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft (Veröffentlichungsdatum unsicher).
Ziele
Ab 01.01.2030 müssen Wirtschaftsteilnehmer, die innerhalb der Union Transportverpackungen oder zum Transport genutzte Verkaufsverpackungen in Form von Paletten, faltbaren Kunststoffboxen, Boxen, Trays, Kunststoffkisten, IBC, Eimern, Fässern und Kanistern jeder Größe/jedes Materials – einschließlich flexibler Formate sowie Palettenfolien und Umreifungsbändern – verwenden, sicherstellen, dass insgesamt mindestens 40 % dieser Verpackungen Mehrwegverpackungen in einem Wiederverwendungssystem sind (2040: Bemühensziel 70 %). Abs. 2: 100 % Mehrweg für Transporte zwischen eigenen Standorten oder zu verbundenen/Partnerunternehmen. Abs. 3: 100 % Mehrweg bei Lieferung an einen anderen Wirtschaftsteilnehmer im selben Mitgliedstaat. Abs. 5: 10 % Mehrweg für Umverpackungen in Boxform (außer Karton) ab 2030, 25 % Bemühensziel 2040. Adressat laut Kommissionsleitfaden ist der Nutzer der Transportverpackung, d. h. der Wirtschaftsteilnehmer, der ein Produkt in dieser Transportverpackung auf den Unionsmarkt bringt (Hersteller, Importeur oder Distributor). Bei Importen aus Drittstaaten gelten die Ziele ab dem ersten EU-Lager bis zum Endziel; Sendungen an ein einziges Endziel müssen dort nicht umgepackt werden. Grenzüberschreitende B2B-Lieferungen innerhalb der EU fallen unter das 40-%-Ziel (Abs. 1), Inlandslieferungen an andere Unternehmen unter 100 % (Abs. 3). Berechnungsregeln folgen im Durchführungsrechtsakt nach Art. 30 (Frist 30.06.2027); Palettenfolie und Umreifung gelten als unterschiedliche Formate, können aber als eine Transporteinheit gezählt werden (FAQ).
Ausnahmen
Art. 29 Abs. 4: keine Mehrwegpflicht für Transport-/Verkaufsverpackungen (a) für Gefahrguttransporte nach RL 2008/68/EG, (b) für den Transport großformatiger Maschinen, Ausrüstung und Waren, deren Verpackung individuell für die Anforderungen des Bestellers maßgeschneidert ist (Nachweis in der technischen Dokumentation erforderlich, Leitfaden Nr. 21), (c) flexible Formate in direktem Kontakt mit Lebens-/Futtermitteln, (d) Kartonschachteln (einschließlich Wellpappe; Zwischenlagen sind ohnehin kein gelistetes Format). Die Liste ist abschließend. Delegierter Beschluss C(2026) 511 vom 25.02.2026 (Art. 29 Abs. 18 lit. a): Nutzer von Palettenfolien und Umreifungsbändern sind von den 100-%-Mehrwegpflichten des Art. 29 Abs. 2 und 3 ausgenommen – das 40-%-Ziel nach Abs. 1 bleibt. Weitere Ausnahmen für Sektoren kann die Kommission per delegiertem Rechtsakt erlassen (Abs. 18); Mitgliedstaaten können nach Abs. 14/15 unter Bedingungen (hohe Recyclingquoten, Abfallvermeidungsplan) zeitlich befristete Ausnahmen gewähren. Praxisfolge B2B: Einweg-Holzpaletten, Kunststoffkisten, Fässer, Kanister, Stretchfolie und Umreifung zählen in die 40-%-Quote; Faltkartons sind ausgenommen; Sonderverpackungen für Großmaschinen mit Dokumentation ebenfalls.

Pfandsysteme (Art. 50)

Frist
01.01.2029 (Abs. 1, 2); Mindestanforderungen Anhang X für neue Systeme ab 01.01.2029, für bestehende Systeme spätestens 01.01.2035, sofern das 90-%-Ziel nicht erreicht wird (Abs. 11)
Ziel
Getrennte Sammlung von mindestens 90 % (Gewicht/Jahr) der erstmals bereitgestellten Einweg-Kunststoff-Getränkeflaschen bis 3 l und Einweg-Metall-Getränkebehälter bis 3 l; Pfand am Verkaufsort (Abs. 2)
Ausnahmen
Abs. 3: HORECA-Ausnahme vom Pfand bei Öffnung, Konsum und Rückgabe vor Ort. Abs. 4: keine Pfandpflicht für Wein/aromatisierte Weinerzeugnisse, weinähnliche Erzeugnisse und andere gegorene Getränke (KN 2206), Spirituosen (KN 2208), Milch und Milcherzeugnisse; Behälter unter 0,1 l können ausgenommen werden. Abs. 5: Mitgliedstaat kann von der Pfandpflicht befreit werden, wenn die getrennte Sammelquote des Formats 2026 mindestens 80 % beträgt und er bis 01.01.2028 einen Umsetzungsplan zur Erreichung von 90 % notifiziert; Widerruf bei drei Jahren unter 90 % (Abs. 7). Abs. 9: Mitgliedstaaten dürfen weitergehen (z. B. Glas, weitere Materialien). Für Transportverpackungen von Industriegütern nicht relevant.

Delegierte / Durchführungsrechtsakte

ThemaStatusDatum
Format für Registrierung und Meldung im Herstellerregister (Art. 44 Abs. 14, Durchführungsrechtsakt) – Frist 12.02.2026EntwurfFrist verpasst; Entwurf der Kommissionsdienststellen im August 2026 vorgestellt (Packaging Journal 12.08.2026), nicht angenommen; nationale Register müssen 18 Monate nach Inkrafttreten angepasst sein
Harmonisiertes Sortierlabel/Piktogramme, Mehrweg- und Rezyklatlabel (Art. 12 Abs. 6, Durchführungsrechtsakt) – Frist 12.08.2026ausstehendFrist verpasst; Entwurf nach Sommer 2026 angekündigt, dann Expertengruppe und Konsultation; Branche erwartet Q4 2026
Methodik digitale Materialkennzeichnung (Art. 12 Abs. 7) und Kennzeichnung der Sammelbehälter (Art. 13 Abs. 2) – Frist 12.08.2026ausstehendFrist verpasst; Kommission priorisiert Art. 12 Abs. 7 laut Leitfaden nicht
Ausnahme für Nutzer von Palettenfolien und Umreifungsbändern von den 100-%-Mehrwegpflichten des Art. 29 Abs. 2 und 3 (Art. 29 Abs. 18 lit. a, delegierter Beschluss C(2026) 511)angenommenKommission 25.02.2026; Inkrafttreten 20 Tage nach Veröffentlichung im Amtsblatt (Einspruchsfrist von Parlament/Rat läuft – Veröffentlichung unsicher)
Methodik zur Berechnung/Verifizierung des Rezyklatanteils (Art. 7 Abs. 8, Durchführungsrechtsakt) – Frist 31.12.2026ausstehendin Vorbereitung
Design-for-Recycling-Kriterien und Recyclingfähigkeitsklassen (Art. 6 Abs. 4, delegierte Rechtsakte) – Frist 01.01.2028ausstehendin Vorbereitung; Anwendung 01.01.2030 oder 24 Monate nach Inkrafttreten
Methodik Leerraumanteil (Art. 24 Abs. 2, Durchführungsrechtsakt) – Frist 12.02.2028ausstehendin Vorbereitung; Anwendung 01.01.2030 oder 3 Jahre nach Inkrafttreten
Berechnungsregeln für die Mehrwegziele (Art. 30, Durchführungsrechtsakt) – Frist 30.06.2027; delegierte Rechtsakte zu Mindestrotationen (Art. 11 Abs. 2) – Frist 12.02.2027ausstehendin Vorbereitung
Leitlinien zu Anhang V (Art. 25 Abs. 6) und zu den Getränke-Mehrwegzielen (Art. 29 Abs. 8) – Frist 12.02.2027ausstehendin Vorbereitung
Umwelt-Omnibus COM(2025) 982: Aussetzung des Art. 45 Abs. 3 (Bevollmächtigter für EU-Produzenten) bis 01.01.2035 – Gesetzgebungsvorschlag, kein SekundärrechtsaktEntwurfVorschlag 10.12.2025; ENVI-Abstimmung um 01.10.2026 erwartet; Stand 30.08.2026 nicht angenommen

Quellen

  1. Regulation (EU) 2025/40 – EUR-Lex (Volltext EN) (abgerufen 2026-08-30)
  2. Regulation (EU) 2025/40 – ELI (abgerufen 2026-08-30)
  3. Commission Notice C(2026) 3702 – Guidance document PPWR (abgerufen 2026-08-30)
  4. PPWR FAQ 2nd edition (Aug. 2026), DG ENV (abgerufen 2026-08-30)
  5. Commission Delegated Decision C(2026) 511 (25.02.2026) (abgerufen 2026-08-30)
  6. Kommission – Packaging waste Themenseite (abgerufen 2026-08-30)
  7. Kommission – PPWR implementation hub (abgerufen 2026-08-30)
  8. Kommission – New EU rules on packaging enter into application (11.08.2026) (abgerufen 2026-08-30)
  9. Envirotec: EU misses deadline for PPWR labelling rules (19.08.2026) (abgerufen 2026-08-30)
  10. Packaging News: OPRL awaits delayed EU Implementing Act on PPWR labelling (19.08.2026) (abgerufen 2026-08-30)
  11. Packaging Journal: EU Commission standardises producer register for packaging (12.08.2026) (abgerufen 2026-08-30)
  12. ppwrconnect: Commission Delegated & Implementing Acts under PPWR (abgerufen 2026-08-30)
  13. Latham & Watkins: PPWR – Summary of Provisions and New Guidance (abgerufen 2026-08-30)
  14. Lorax Compliance: PPWR Packaging Labelling – What will change and when (06.05.2026) (abgerufen 2026-08-30)
  15. Compliance Gate: PPWR Timeline 2026–2040 (abgerufen 2026-08-30)
  16. PackagingLaw.com: EU Environmental Omnibus Package Impacts Packaging (abgerufen 2026-08-30)
  17. Adept Packaging: Here is what Article 45 actually says (11.06.2026) (abgerufen 2026-08-30)
  18. EPR Representative: PPWR Article 45 – Authorised Representative from 12 August 2026 (abgerufen 2026-08-30)
  19. ppwratlas: Article 44 Register of producers (abgerufen 2026-08-30)

Kein Rechtsrat. Die zentralen Grenzwerte (Art. 5 ff.) werden unter Stammdaten → Parameter gepflegt.